Was wir bisher sein wollten, das sind wir. Alle unsere bisherigen Entscheidungen, etwas zu tun oder zu unterlassen, haben uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Das schließt natürlich auch die gesamten Vorleben mit ein. Wir sind das, wozu wir uns selbst gemacht haben, so hart das klingt. Wenn wir die Alternativen, die uns das Leben gelassen hat, so genutzt haben wie wir es taten, konnte eben nur genau das dabei entstehen, was wir sind und wie wir leben. Wäre es anders, hätte unser ganzes Leben keinen Sinn, denn dann wären wir heillos anderen Kräften ausgeliefert. Es kann uns zwar manchmal so vorkommen, als wäre es so, aber wäre es wirklich so, hätten wir vermutlich zuwenig Kraft zum Leben. Worauf sollte man denn auch hoffen? Auf den glücklichen Zufall? Ware das nicht ein wenig sehr naiv? Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mit Rückschlägen zu kämpfen, und wenn dann kein inneres Hoffen, kein wirklicher Sinn vorhanden ist, der uns antreibt, der uns über den schwachen Punkt hinweghilft, ist es uns nicht möglich, große Widerstände zu überwinden. Das geht nur, weil wir innerlich wissen, daß wir uns jederzeit im Einklang mit unseren eigenen Motivationen befinden. Abweichungen sind temporär, aber nicht ewig. Es kann manchmal ein ganzes Leben dauern, wenn man selbst nicht lernen und erkennen will, aber das ist nur auf die eigene Starrheit zurückzuführen, und man weiß innerlich sehr wohl, daß man es nur selbst zu verantworten hat. Sonst hätte man schon längst Gelegenheiten genutzt, seine innere Einstellung zu verändern, mit der Folge, daß sich auch die äußeren Lebens - Bedingungen verbessern.
Was wir also werden wollen, daran müssen wir arbeiten, indem wir die inneren Voraussetzungen dafür erschaffen. Da hilft keine Therapie, die von außen aufgesetzt ist, sondern nur das Konfrontieren des eigenen Ichs, des eigenen "ich bin". Wir erkennen, was uns bis hier geführt hat, und vor allem die eigene Verantwortlichkeit. Lehnen wir die ab, können wir uns nicht verändern, da wir dann uns selbst einreden, andere Kräfte seien für unseren Erfolg oder Mißerfolg verantwortlich. Sind aber andere verantwortlich, können wir selbst nichts verändern. Wollen wir also verändern, übernehmen wir selbst die Verantwortung für alles, was wir sind und was wir denken.
Schieben wir anderen die Verantwortung für unser Versagen zu, denken wir uns selbst viel schwächer, als wir in Wirklichkeit sind. Das ist das Problem. Und das lösen wir, indem wir üben, uns wirklich selbst für alles verantwortlich zu fühlen, was wir leben. Es ist unsere eigene Entscheidung, und es ist unsere Chance, unser Leben nachhaltig zu verändern.
Der Fehler, der leider immer wieder gemacht wird, ist der, daß diese innere Veränderung mit Kraftaufwand durchgeführt werden soll, als seien wir ein Chirurg oder ein Holzfäller. Besser geht es mit innerer Ehrlichkeit. Wir lernen uns selbst kennen. Sanft ermitteln wir unsere eigenen Bedürfnisse und Mitivationen, schließen die Suggestionen der Umwelt so gut wie möglich aus und sorgen für einen entspannten Lebensstil. Nur dann können wir selbst einigermaßen schnell aus unserer Intuition heraus reagieren und die Entscheidungen treffen, die uns wirklich weiterbringen.
Wie wollen wir Visionen und Warnungen unseres eigenen Wahrnehmungsapparates nutzen können, wenn wir dauernd im Streß sind und nicht in der Lage, feinste Regungen unser emotinalen Innenwelt wahrzunehmen? Darauf sind wir nun einmal angewiesen. Genauso können wir nur dann neue Vorstellungen kreieren, wenn wir uns dabei Zeit nehmen, eventuelle vorhandene Zweifel zu bearbeiten. Mit Kraft geht das nicht, nur mit Bereitwilligkeit. Druck und Hektik verdirbt alles nur, bringt Fehler. Haben wir die gemacht, und sind diese stark genug gewesen, haben wir automatisch Zeit zum Lernen, z.B. wenn wir zu schnell gefahren sind und den anderen Schnellen nicht rechtzeitig wahrgenommen haben oder ihm nicht intuitiv aus dem Weg gegangen sind. Im Krankenhaus haben wir dann Zeit, oder im Jenseits, oder im Rollstuhl. Aber muß es erst soweit kommen? Für einige Menschen scheint es so zu sein.
Es ist nur natürlich, wenn wir als Gesellschaftsmenschen, als soziale Wesen uns allgemein dem Denken und Verhalten der Gruppe anpassen, der wir uns zugehörig fühlen. Das sollte jedoch eines Tages bewußt werden und dann sollten wir beginnen, unsere eigenen Vorstellungen zu entwickeln, wie wir uns verhalten wollen. Natürlich sind viele Schwächen nicht nur Schwächen des Individuums, sondern fast aller Menschen. Damit meine ich besonders die Gewohnheit zu protestieren oder das Hereinfallen auf politische Propaganda, Produktwerbung und sonstige Fallen. Es gehört schon sehr viel Bewußtsein dazu, auf so etwas nicht hereinzufallen. Letzten Endes sind alle Menschen auf dieser Realitätsebene mehr oder weniger mit dem System von politischer Propagnda und Produktwerbung verwickelt, das ist heute eben so. Die Erkenntnis nützt jedoch nichts, wenn sich das System gegen uns wendet, weil wir nicht aufgepaßt haben und die Fallen nicht gesehen haben, obwohl wir sie hätten sehen können.