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FAQ 11: Was ist der Sinn des Lebens?

Wenn wir diese Frage stellen, drücken wir Zweifel darüber aus, ob es überhaupt einen Sinn gibt. Wären wir uns des Sinns unseres Lebens sicher, stellten wir uns diese Frage nicht, sie käme uns nicht erst ins Bewußtsein.

Um jedoch zu einer Antwort zu kommen, müßten wir irgend etwas wissen, das über unseren Horizont von Geburt und Tod hinausgeht. Wir müßten irgend etwas "Absolutes" wissen, und zwar nachprüfbar. Natürlich weiß jeder, daß dieses nicht möglich ist, da es eine Eigenart dieser Realitätsebene ist, auf Abmachungen zu beruhen, die diese und ähnliche Erkenntnisse ausschließen. Wüßten wir um den Sinn unseres Lebens, würden wir hier nicht so naiv den Abmachungen folgen und so tun, als sei alles "Materie", was wir um uns herum wahrzunehmen glauben. So sind wir auf Spekulationen angewiesen. Möglicherweise ist der Sinn darin zu sehen, zu erkennen, daß hier nur Programme wirken, die uns die Welt so sehen lassen, wie wir sie sehen. Wenn wir das richtig durchschaut haben, leben wir sicher anders als vorher bzw. gar nicht mehr in dieser Ebene.

Das ganze Getue, das wir für so wichtig halten, Arbeiten, Konsumieren, Kopulieren - das mag ja einen gewissen "Spielfaktor" haben, aber wichtig ist es sicher nur dafür, Erkenntnisse über das eigene Denken und die Kommunikation mit unseren Mitmenschen zu gewinnen. Wie könnte es z.B. sinnvoll sein, den ganzen Tag in einer Schreibstube zu sitzen und Formulare auszufüllen? Oder zu versuchen, Kindern Sachen beizubringen, die sie sich mit Hilfe der heute vorhandenen Kommunikationsmittel im Bedarfsfall ruckzuck selbst beibringen könnten? Oder mit einem LKW Joghurt aus Bayern nach Norddeutschland zu fahren, den man hier aus vorhandener Milch genausogut selbst produzieren könnte? Oder Gesetze zu erlassen, an die sich keiner je halten wird, weil es nicht möglich ist? Selbst ein Landwirt weiß oft nicht mehr, ob sein Produkt überhaupt gegessen wird oder vernichtet, weil zuviel davon produziert wurde.

Haben wir also Zweifel an irgendeinem Sinn in unserem Leben, sollten wir uns unsere "inneren" (welche denn sonst?) Motivationen und Bedürfnisse anschauen. Kennen wir die, wissen wir, was zu tun ist. Dann sind wir nicht mehr den allgegenwärtigen Suggestionen anderer ausgeliefert, die unserem Leben einen Sinn geben wollen, nämlich kaufkräftige Nummern in ihrem System zu sein oder für sie zu putzen.

Wir selbst können und müssen uns aufrufen, zu schauen, wer und was wir selbst sind und daraus unsere eigenen Schlüsse ziehen. Fragen wir andere nach einem Sinn, können diese im besten Fall so antworten, daß sie ihre eigene Vorstellungen als allgemein hinstellen. Das gilt auch für Eltern, auch die können niemals den Sinn für das Leben ihrer Kinder bestimmen oder erfassen. Jeder muß es selbst tun, und solange man das nicht tut, dreht man eben hier seine Runden, Leben für Leben. Wenn man davon genug hat, stellt man sich selbst die richtigen Fragen und erhält die passenden Antworten.

Jetzt könnte man gleich hier ja auch noch fragen, was denn der Sinn des Lebens allgemein, also des gesamten Lebens aller Zeiten und aller Lebewesen sein soll. Bis jetzt traf ich noch niemanden, der auf diese oder ähnliche Fragen eine Antwort geben konnte, die geeignet gewesen wäre, Entscheidungen daraus abzuleiten. Ich glaube, da ist es besser, es hinzunehmen wie es ist, sich seinen eigenen Speklulationen und Phantasien hinzugeben und es gut sein zu lassen. Andernfalls läuft man Gefahr, einer Schein-Information aufzusitzen wie "Evolution" oder sonstigem religiösem Wahn. "Die Evolution" hört sich irgendwie doch auch genauso personifiziert an wie "Der Gott". Klar ist aber auch, daß von Nichts nichts kommt, alles muß irgendwie verursacht sein. Da wir jedoch total in dem gegenwärtigen Leben verhaftet sind und keine absoluten, beweisbaren  Informationen aus der Vergangenheit oder der Zukunft erlangen können, nehmen wir doch das, was unsere Gegenwart uns bietet: das Leben selbst wirft uns immer wieder auf uns selbst zurück, wir selbst müssen entscheiden, was für uns "Sinn" sein soll und was nicht.

Wir haben innere Motivationen und Bedürfnisse, und wenn wir aufhören, diese zu leugnen, haben wir mit der Erfüllung genug zu tun, genug Sinn in unserem Leben. Alles andere bleibt solange Spekulation, bis wir die geistige Reife erlangt haben, die Antwort zu verstehen. Vorhanden ist sie sicher, nichts kann uns verborgen bleiben, die Gedankeninformationen sind überall zugänglich. Wir müssten "innerlich" dem entsprechen, was wir zu "hören" bekämen. Dann sind wir bereit dafür.

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JHC 14. Juni 2004