Es kommt uns sehr gewöhnungsbedürftig bis unmöglich vor, Realität einerseits als etwas Geistiges zu verstehen und andererseits körperliche Empfindungen und sonstige Wahrnehmungen zu haben. Allerdings wäre es ein Fehler, zu glauben, es wären Alternativen: beides ist auf seine Art richtig, nur ist das Eine dem Anderen übergeordnet. Das Problem liegt in unseren Denkgewohnheiten. Diese sind von überkommenen Vorstellungen bestimmt. Das Überkommene ist in unserer inneren Priorität eine Art "Primärfunktion", als hätte das Gewohnte mehr Wertgehalt als das Ungewohnte. Aber so wirken eben Suggestionen: Menschen lassen sich Zusammenhänge einreden, die zu einer eigenen Wahrheit werden. Vor noch nicht all zu langer Zeit war es für viele Menschen normal, daß die Erde eine Scheibe ist, deren Rand man sich nicht zu sehr nähern darf, um nicht abzustürzen. In deren Augen war es möglich, daß die Sonne auf die Erde herabstürzen konnte. Wir haben keinen Grund, diese Sicht der damaligen Menschen zu belächeln: wir selbst sind genauso begrenzt in unserer Wahrnehmungs - und Beurteilungsfähigkeit.
Wie können wir es schaffen, die "neue" Sicht von Realität zu verinnerlichen? Ich selbst mache es, indem ich mir so oft wie möglich klar mache, in einer suggerierten Welt zu leben, eine Welt, in der alles auf Suggestion beruht. Es gelingt mir umso besser, je mehr ich mir der "kleinen" Suggestionen gewahr werde, die mich durch den Alltag begleiten. Worte, die andere zu mir sagen oder die ich zu anderen sage; Gegenstände, die mich gedanklich beschäftigen; Bilder; direkte und indirekte Werbung. Meine eigenen Notizzettel auf meinem Schreibtisch sollen mir etwas suggerieren, die Uhr, Sprache aus dem Radio oder Fernseher. Ich sage mir andauernd. Alles ist Suggestion! Alles möchte meine Aufmerksamkeit! Und dann frage ich mich permanent, was ich selbst will. Wenn alles fließt, ist das nicht weiter schwierig, doch wenn etwas nicht so will, wie ich es organisiert habe, dann taucht sofort wieder die Frage auf: wer hat hier eigentlich bestimmt, was geschehen soll, ich selbst oder andere Menschen, in deren Wirkungskreis ich unfreiwillig hineingeraten bin.
Ich strebe für mich an, eine wirklich eigene Sicht von "Leben" in all seinen Facetten zu verinnerlichen. Je mehr mir dies gelingt, desto freier werde ich in meinem Handeln sein.
Ein Problem dabei ist auch unsere Sprache: wir sind es gewohnt, so zu sprechen, als ob "Welt" außerhalb von uns wäre. Wir haben bislang wenig Möglichkeiten, unsere Welt als Gegenstand unseres Bewußtseins zu beschreiben, da unsere Sprache es einfach nicht erlaubt. Hier gilt es, kreativ zu werden und neue Sprachgewohnheiten zu installieren.