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Verschwörung? - Wir alle sind es!

Stellen wir uns vor, in einer Straße mit anderen "Normalbürgern" zusammen zu leben. Jeder hat ein eigenes Grundstück mit eigenem Haus und lebt "normal" sein Leben. Da entsteht das Gerücht, das letzte freie Grundstück solle von "Familie Asozial" erworben werden, die stadtbekannt ist und mit der eigentlich niemand zu tun haben möchte. Wie würden die meisten Bürger reagieren? Sie würden alle Beziehungen spielen lassen und auch Schmiergeldzahlungen nicht scheuen, um das vermeintliche Problem aus der Welt zu schaffen. Sind die meisten "normalen" Menschen nicht so? Und was ist das anderes als eine Verschwörung? Jede Art von Interessenswahrnehmung wird irgendwann eine gewisse Größenordnung überschreiten, und dann werden Fäden gesponnen, die genau auf das Bild "Verschwörung" passen würden.

Ich versuche, ein Bild zu skizzieren, in dem klar werden soll, in was für einer Gesellschaftsstruktur wir Menschen auf dieser Realitätsebene leben, die wir "Planet Erde 2003" nennen.

  • Was ist die Wirtschaft?
  • Was ist das "öffentliche Leben"
  • Was sind Vereine, Verbände, Kirchen,Clubs, Logen, politische Parteien?
  • Wer trifft sich mit wem, um seine Interessen zu vertreten?

Was muß man tun oder unterlassen, um Karriere machen zu können?

Wenn man Karriere machen will, und dazu zähle ich auch freiberufliche oder selbständige gewerbliche Tätigkeiten, muß man sich dem unterordnen, was ich als "herrschende Spielregeln" bezeichnen würde.

Spielregeln in Organisationen

In jeder Organisation, ob Firma oder Interessenverband, kann man nur erfolgreich sein, wenn man bereit ist, sich umzuschauen und das zu kopieren, was diejenigen vormachen, die schon längere Zeit dort sind. Individuelles Denken ist in jeglichen Gruppierungen fehl am Platze, das gilt sogar in der Familie. Das bedeutet, daß es jeweils auf die Ziele und auch auf die Ethik innerhalb von Organisationen ankommt. ob sich das Wirken einer Organisation vorteilhaft für den Rest der Menschheit auswirkt oder schädlich. Man unterläßt also, sich mit seinen eigenen Ideen und Bewertungen zu weit vorzuwagen. Man unterläßt auch, gründlich über die Folgen nachzudenken, die das Handeln innerhalb der Organisationen verursachen. Man paßt sich an, man ordnet sich unter. Da dies schon in frühester Jugend geschieht, vom ersten Gedanken an, den man als Kind hat, ist man es gewohnt, sich unterzuordnen und sich anzupassen. Schule und Freundeskreis arbeiten ebenso, auch dort herrscht die beschriebene Eigendynamik. In der Pubertät kann es dann bei einigen zu Irritationen kommen, wenn der junge Mensche bemerkt, daß alles anders ist, als man es ihm vorgegaukelt hat. Doch dann erfolgt bei den meisten die Ausbildung, und da heißt es wieder: anpassen, anpassen und nochmal anpassen. Andernfalls ist man bald draußen. Wer meint, selbst Maßstäbe setzen zu können, wird gnadenlos ausgegrenzt. Aufsteigen darf nur der, der bewiesen hat, daß er in der Lage ist, die bestehende Organisation zu stützen und seine inneren Gedanken und Ideen soweit zurückzustellen, bis sie still sind und sich nicht mehr melden. Es ist keine Frage der Zielsetzung von Organisationen, sondern Merkmal jeglicher Form von Organisationen innerhalb menschlicher Gesellschaft.

Wenn es nun so wäre, daß diese Eigendynamik nur erfreuliche Ergebnisse hervorbrächte, hätten wir als Individuen und als Menschheit keine Probleme. Dann würden wir längst alle den Menschen dienlichen Erkenntnisse der Technik und der Wissenschaft in praktische Handlungen umsetzen und jeder auf diesem Planeten hätte ein lebenswertes Leben. Wir hätten noch genügend Natur, niemand stürbe vor Hunger, Durst oder Kälte, keine Tier - oder Pflanzenarten würden durch uns ausgerottet, niemand müßte länger krank sein, als er an Zeit für seine innere Klärung benötigt. Es würde kein Gift in die Luft, in den Boden und in das Wasser geleitet werden.

Die von Menschen entwickelten Fähigkeiten und Technologien ließen so einen Zustand schon heute zu. Aber weltweite Interessen stehen dem massiv im Wege.

Internationale Organisationen

Um die Betrachtung der Organisationen weiter fortzuführen: es gibt nicht nur nationale Organisationen, sondern ebenso internationale. Die größte von allen, auf die Zahl der beteiligten Personen bezogen, ist wohl der weltweite Universitätsbetrieb, da alle Universitäten dieser Zeit miteinander in ständigem Austausch stehen, unabhängig von politischen Animositäten und so Kleinigkeiten wie "Kalter Krieg" während der 45 Jahre nach dem 2.Weltkrieg.

Dann haben wir die Normausschüsse, die technische Kompatibilität herstellen sollen und dieses auch leidlich schaffen. Auch die machen vor "echten Krisen" wie dem Kalten Krieg nicht Halt. Die UDSSR hat mitnichten eine eigenständige Technologie mit eigenen Normen entwickelt, wie es natürlicherweise der Fall gewesen wäre, hätte es die der öffentlichkeit suggerierte Trennung der Systeme ( Kapitalistisch hier und Kommunistisch dort ) faktisch gegeben.

Über allem stehen jedoch die Einrichtungen, die dafür sorgen, daß das Geld ungehindert zwischen den Staaten ( und damit auch den Machtblöcken!) hin - und herfließen kann. Daß sich nicht alle Einrichtungen freundlich gesinnt sind, sondern ständig Machtkampf herrscht, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch auf einer so hohen Entscheidungsebene zusammengearbeitet wird, daß die wahren Interessen der einzelnen Beteiligten nicht im mindesten berührt werden, ihre Interessen als Individuen mit deren Clans. Jeder sorgt natürlich dafür, daß seine eigenen Taschen jederzeit voll genug sind und die der Mitglieder seiner Unterorganisation, der er verpflichtet ist, ebenfalls. Natürlich müssen auch Staatsführer aller Art jederzeit dem Geldsystem gegenüber kooperativ sein, wenn sie keine persönlichen Nachteile erleiden wollen. So ist sichergestellt, daß die denkbaren humanen Ziele erst lange hinter den monetären Zielen kommen.

Offenes Geheimnis

Die von mir oben genannten oder angedeuteten Verknüpfungen und Verbindungen sind kein Geheimnis, und um sie zu erkennen, bedarf es keines genialen Geistes. Jeder kann es in Büchern aus der Leihbücherei, den normalen Zeitungen und Zeitschriften jederzeit entnehmen, dazu braucht man kein Internet und dazu muß man auch keine "anrüchigen" Bücher lesen. Es ist auch nichts Neues, sondern es hat sich in den letzten 5000 Jahren so entwickelt. Es ist Geschichte und erlebbare Gegenwart, daß die Mittel, mit deren Hilfe die Gruppierungen ihre Interessen vertreten, umso perfider und grausamer werden, um je mehr Geld und Macht es im Einzelfall geht. Je höher die Interessen werden, desto weniger scheren sich die jeweiligen Akteure um Menschenleben und Recht und Gesetz.

Jetzt taucht natürlich die Frage auf, wo denn da jeder von uns selbst steht. Jeder von uns muß essen, trinken und wohnen. Dafür benötigt jeder Geld. Und woher bekommen wir Geld? Indem wir eine Leistung erbringen und diese verkaufen. Und wer kauft uns unsere Leistung ab? Unsere Leistung kauft uns derjenige ab, dem wir als Verteter seiner Interessen genehm erscheinen. Niemand arbeitet ohne Not mit Leuten zusammen, die nicht "von seiner Welt" sind. Man möchte sich kennen und darauf vertrauen, daß die Leute, mit denen man zusammenarbeitet, einem zuarbeiten, anstatt vielleicht für Andere Informationen oder gar Waren beiseitezuschaffen. Und unsere Leistung kauft uns derjenige ab, der sich sicher sein kann, daß wir sein Weltbild erhalten helfen, nicht an seinen Wahrheiten rütteln und der sicher sein kann, daß wir ihn anerkennen. Dieses Prinzip ist weit verbreitet, natürlich gibt es immer auch Ausnahmen.

Aber werfen wir doch einmal einen genaueren Blick auf größere Abhängigkeiten:

  • der Industrielle ist von ungehindertem Warenfluß einerseits und freiem Zugang zu Rohstoffen andererseits abhängig.
  • der Geldhändler ist darauf angewiesen, daß er Leute hat, die sein Angebot benötigen und daß diese Leute auch das Geld zur rechten Zeit wieder mit Zins und Zinseszins zurückbringen.
  • die Universität ist darauf angewiesen, daß möglichst alle Wissenschaftler zu ihrem guten Ruf beitragen, Forschungsgelder aus Industrie, Interessenverbänden und Staat fließen und die Ausbildung der Studenten und Doktoranden standartisiert ist und damit abgeflacht auf einen weltüblichen Nenner.
  • Parteien müssen so arbeiten, daß sie gewählt werden (und damit bezahlt werden). Also muß auch hier die "innere Dynamik", also das Erzeugen von Aufregung durch echte Hinterfragung, möglichst kleingehalten werden.
  • Medien aller Art sind nur insofern frei in der Möglichkeit, sich kritisch zu äußern, als nicht Anzeigenkunden ihre Aufträge stornieren oder keine mehr schalten.
  • Unternehmer und Privatleute in Deutschland zahlen hohe Steuern ( sofern sie viel verdienen / gute Gewinne machen), wenn sie sich nicht auf nicht Konstruktionen einlassen, in denen sie sich verschulden und dadurch von Geldhändlern abhängig machen.
  • Angestellte bei den genannten Organisationen sind darauf angewiesen, daß ihr Girokonto jeden Monat gefüllt wird, damit sie ihren Lebensstil aufrechterhalten können, also werden sie vieles tun und zulassen, auch gegen ihre Überzeugungen.
  • Regierungen möchten gerne an der Macht bleiben, und deshalb werden sie so opportunistisch wie möglich alle Interesengruppen bedienen, abhängig von deren Autorität und der daraus resultierenden Macht.

An irgendeiner der angegebenen Stelle stehen wir selbst, und wir machen mit. Wir konsumieren gerne, reisen gerne, möchten so viel arbeiten, wie es unser Bedürfnis ist, möchten finanziell abgesichert sein, möchten die Informationen bekommen, die unser Weltbild bestätigen anstatt unser Gefühl zu irritieren.

Jeder von uns ist in einem System herangewachsen und ausgebildet worden, wo es nicht auf die tatsächlichen Gegebenheiten oder gar eine "echte Ethik" ankommt, sondern darauf, daß unsere jeweiligen Interessen wahrgenommen werden.

Eigene Kreativität

Da unsere Arbeit nicht nur bewußtseinsgesteuert ist, sondern ebenfalls sehr von unserer eigenen Intuition und unserer Kreativität abhängt, müßten wir uns Gedanken darüber machen, was genau unsere inneren Ziele sind: sind wir Arzt, wollen wir dann wirklich, daß alle Menschen in erreichbarer Nähe gesund sind und uns nicht mehr benötigen? Wir werden dann genau die Ideen haben, die Kontakte, das Wissen, die Fortschrittlichkeit und Innovationsfähigkeit an denTag legen, die nötig ist, die inneren Ziele auch zu erreichen. Unsere Kreativität und Intuition ist uns ja nicht bewußt zugänglich, sondern kann nur über unser Unterbewußtsein funktionieren. Und wenn da ganz dick eingraviert ist: 6000 Eur Netto als Zielvorstellung pro Monat, dann wird sich das Unterbewußtsein mit seiner Kreativität, seinen Ideen, seiner Intuition genau danach richten! Da bekommt man eben genau diese Informationen, trifft genau diese Leute, liest genau diese Bücher und Fachzeitschriften, geht genau auf die Fortbildung, - die jeweils dazu beitragen werden, daß der gewünschte Zustand eintritt. Und wenn eine ganze Berufsgruppe dasselbe denkt und tut, wird auch die Forschung, die Pharmaindustrie und alle am System Beteiligten am gemeinsamen Ziel arbeiten. Diese Prinzip ist erprobt, uralt und artspezifisch. Wir arbeiten mit allen bewußten und unbewußten Kräften in unsere von uns vorher bestimmte oder von anderen suggerierte Richtung.

Wir alle

Hier möchte ich innehalten und wiederholen: wir alle sind ausnahmslos in fast all unseren Aktivitäten miteinander verbunden. Jeder ist Teil dieses Wirtschaftssystems, dem alle anderen Systeme untergeordnet sind, da alle Aktivitäten mit Geld zu tun haben, sofern wir nicht nackt und barfuss an einem ganzjährig uns bedingungslos zur Verfügung stehenden Gelände leben, das uns darüberhinaus noch mit allen Früchten und Heilpflanzen versorgt, und daß die Temperaturen so sind, daß wir ohne Kleidung oder künstliches Klima leben können. Jeder gibt und empfängt, jeder kauft und verkauft, jeder teilt die Ideen mit seinen Mitmenschen fast unbedingt und unbegrenzt. ( Werde ich an späterer Stelle dieser Website erläutern)

Damit jeder von uns seine eigenen Ziele verfolgen kann, wenden wir folgende Fähigkeiten an, die ebenfalls "artspezifisch" sind, bewußt oder unbewußt:

  • Lügen verbreiten
  • unseren Mitmenschen unsere Vorstellungen suggerieren
  • Druck ausüben (erpressen)
  • Autorität anwenden
  • Andere geistig klein halten
  • Andere schwächen durch Versagen unserer Anerkennung
  • uns selbst besser darstellen, als wir sind
  • durch Launen unsere nähere Umgebung kontrollieren

Wir werden aber auch:

  • uns unterordnen (unter Gewalt, Druck, Wissen, Meinungen)
  • unsere Ethik verkaufen (indem wir gegen unsere eigene Überzeugung handeln)
  • den Weg des geringsten Widerstandes gehen

Wo stehen wir also selbst in diesem Prozeß?

Niemand ist in einer Position, technisch, finanziell und ideologisch "autark" zu handeln. Jeder hält sich an gängige Sprache, Ideen, Ideologien, Symbole, Wissen. Wir nennen es "Kultur".

Der Leser wird jetzt vielleicht fragen: was ist mit all den engagierten, verantwortungsbewußten Mitmenschen, die sich für Besserung der Verhältnisse einsetzen und dafür vom Rest der Gesellschaft womöglich auch noch als "Utopisten, Träumer, Chaoten" oder günstigstenfalls als "Künstler" bezeichnet werden, wenn sie dieses auf symbolischem Weg tun?

Alle diesbezüglichen Ambitionen begrüße ich sehr, wenngleich das reale Leben der Aktivisten und Idealisten sich ebenfalls nur systemkonform leben läßt, da ja auch sie ihre Bedürfnisse befriedigen müssen.

Was bringen Schuldzuweisungen?

Ich möchte davon absehen, einzelne Personen oder Organisationen der Verschwörung zu bezichtigen, da ich keine Grenze sehe zwischen "normale Interessens - Wahrnehmung" und "Verschwörung". Selbstverständlich müssen wir von dem Glauben Abstand nehmen, in einer "Demokratie" zu leben oder so etwas wie eine "funktionierende Wirtschaftsordnung" zu haben. Das gesamte System beruht ausnahmslos auf den oben genannten Prinzipien und diese beruhen auf unseren Unzulänglichkeiten als Menschen. Das bedeutet nicht, daß es so bleiben muß Damit es sich jedoch ändert, müssen wir Beteiligten, jeder für sich und manche zusammen, das eigene Denken und die eigenen Motive überprüfen und ggf. verändern. Und tatsächlich ist es so, daß in Teilbereichen der menschlichen Gesellschaft Subkulturen entstehen, in denen manche Entwicklungen möglich erscheinen, die in offiziellen Zeitungen nicht erwähnt werden, unauffällige Zusammenarbeit zu einem "höheren" Zweck oder aus Menschenfreundlichkeit und Verantwortung für die Biosphäre des Planeten. Genausowenig, wie für den Menschen auf der Straße die Aktivitäten der Supermächtigen sichtbar sind, sind für die Supermächtigen die Aktivitäten derjenigen sichtbar oder begreifbar, die im Stillen Ziele verfolgen, deren Erreichung nicht nur ihnen selbst, sondern ebenfalls der Weiterentwicklung der menschlichen Gemeinschaft zugute kommen. Am deutlichsten ist für mich hierbei die "Open Source" - Entwicklung auszumachen und alle Aktivitäten, die dadurch entstehen, daß Menschen sich in Newsgroups und Mailinglisten austauschen und Wissen und Erfahrungen so mit anderen teilen, vor allem im Bereich "Computerwissen". Teilen, ohne zu herrschen!

Neuen Zeitgeist erschaffen

Und so tun auch Menschen, die bewußt Konsumverzicht üben und ihre Erwerbstätigkeit im Rahmen halten, etwas für die Umwelt, da sie dämpfend auf die allgemeine Konsumhysterie wirken, und sind ein Beispiel für ihre Mitmenschen (wie es Konsumorientierte natürlich auch sind). Es gibt bereits eine Bewegung von Menschen, die sich mehr Zeit nehmen wollen und nicht gewillt sind, das ganze Leben unreflektiert an sich vorbeirauschen zu lassen. Wer einmal richtig innerlich zur Ruhe gekommen ist, weiß wovon ich spreche.

Selbstverständlich arbeiten wir alle auf unsere Art dabei mit, den "Zeitgeist" zu erschaffen Jede Aktivität ist eine Anregung für andere Menschen, auch etwas an ihrem Leben zu verändern, sei es in die eine oder in die andere Richtung. Wenn ich etwas kaufe, möchten es andere auch haben. Wenn ich Lösungen vorlebe, ohne Streß oder Zeitdruck leben zu können, werde ich auch dafür Nachahmer finden.

JHC 27. Oktober 2003