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Welche Folgen hat es, die Realität als geistiges Konstrukt zu sehen?

Im Text "Materie als Mentalstruktur" habe ich dargelegt, daß alles, was existiert, eine geistige Qualität ist. Die geistigen Qualitäten können miteinander kommunizieren, wenn man sie als "Wesen" betrachten kann, als Geistwesen, Menschen, Tiere, Pflanzen, Mikroben, und Pilze. Menschen und Geistwesen können auch Informationen von Gegenständen und Substanzen "einholen", ob die Gegenstände und Substanzen es auch von sich aus können, kann ich nicht nachvollziehen. Vieles in unserer Welt sieht "fest" aus, ist es jedoch nicht wirklich, sondern es ist "Geist". Vieles in unserer Welt nehmen wir für gewöhnlich gar nicht wahr, da es uns "fremd" ist, so wie ein Radio nur die Programme empfängt, die eingestellt sind oder die nach den Möglichkeiten des Drehkondensators und des Schwingkreises überhaupt möglich sind. Die Teile unserer Welt, die nicht zu unserer "Programmierung" passen, nehmen wir nicht wahr. Manchmal geschieht es, daß jemand Erscheinungen hat, die nicht zu unserem Weltbild passen, Spukgestalten z.B. Die Menschen sind verschieden, nicht alle sind gleichmäßig "programmiert". (zu dem Begriff möchte ich anführen, daß wir uns durchaus als "programmiert" betrachten können, auch wenn unsere Kultur diese Programmierung möglicherweise selbst initiiert hat). Jedes Individuum hat sein eigenes Spektrum an Wahrnehmunsmöglichkeiten und Verhaltensweisen, da jedes Wesen seine eigene Geschichte hat. Aus der Sicht betrachtet, ist die Programmierung immer "unscharf". Bei einigen Berufsgruppen ist die Programmierung schon schärfer als durchschnittlich, da es nur so möglich ist, einen solchen Beruf auszuführen. Ich denke da besonders an Ärzte und Pastoren, die suggestivsten Personengruppen die ich kenne, wo es wohl am wenigsten "Ausrutscher" (Ausnahmen) geben dürfte. Wenn man Texte liest, kann man leicht erkennen, ob sie ein Arzt oder ein Pastor geschrieben hat, mit Ausnahmen natürlich.

Träume und Wünsche

Um die neue Sicht besser nutzen zu können, sollten wir lernen, mehrgleisig zu denken (mehrdimensional könnten wir auch sagen). Dabei verliert das, was wir zur Zeit noch mit unseren Sinnen wahrzunehmen glauben, immer mehr an Relevanz, da das andere ebenso wichtig ist. Vor allem ist das wichtig, was wir uns vorstellen, erreichen zu wollen. Um einen bestehenden Zustand zu ändern, müssen wir unsere Wünsche mit Leben füllen, damit sie eine lebendige Vorstellung werden. Haben wir Vorstellungen von Zuständen, die wir erreichen wollen, leben wir schon auf mindestens zwei Dimensionen: erstens der gegenwärtig wirksamen (unsere momentane berufliche Stellung z.B.) und zweitens der Vorstellungsebene, auf der wir das in Gedanken voraus nehmen (träumen), wie wir es gerne hätten. Das Problem daran ist, daß nicht nur die "guten Träume" auf der 2. Ebene wirksam sind, sondern ebenfalls die, die aus Protest und Ärger bestehen. Alles, worauf wir unsere Emotionen setzen, gleich ob Ärger oder Freude, lebt heftig in uns, und das wird seine Eigendynamik entfalten. Unser Wille zählt allein nicht viel, das Leben steckt in unseren Emotionen, und die bestimmen zusammen mit unseren inneren Bildern, was uns die Zukunft bringt.Daher gibt es die Zielverwirklichungs - Seminare und Erfolgstrainings, sie beruhen auf diesem Prinzip. Das Denken in Ebenen ist natürlich nur ein Hilfsmittel, damit wir überhaupt einige Dinge auseinander halten können, um ihre Wirkungen zu begreifen. Es muß sie nicht wirklich geben.

Der Protest

Nun ist es so, daß wir kulturell dazu erzogen wurden, gegen alles und jeden zu protestieren, wenn die gegenwärtig wahrgenommene Wirklichkeit gegen unser Wunschbild kämpft. Zum Beispiel kämpfen viele von uns mit den Bildern "Umweltverschmutzung, ungerechte Wirtschaftsordnung, unfähige Politiker" oder mit lauten Nachbarn, lautem Verkehr, Streß bei der Arbeit, Disharmonie in der Partnerschaft, die eigene Unfähigkeit. Ich kenne keine Person, die nicht gegen irgend etwas gelegentlich oder häufiger protestiert. Dabei ist Protest eine große Falle: wir geben viel Aufmerksamkeit mit großen Emotionen auf etwas, das wir gar nicht haben wollen! Und damit rufen wir es immer wieder herbei, halten die unerwünschten Zustände am Leben. Die große Aufgabe liegt daher darin, dieses Verhalten zu vermeiden und herauszufinden, wie dieses am effektivsten geschehen kann. Ich stelle fest, daß es für mich diesbezüglich sehr wichtig war, den Charakter unserer Realität zu verstehen. Je mehr ich dies tat, umso mehr lösten sich Proteste auf. Es ist ein Prozeß in uns selbst, das sollten wir immer bedenken. Es ist klar, daß es leichter ist, sich vorzustellen, daß etwas zu mir kommt als daß etwas verschwindet. Sich vorzustellen, im neuen Auto der Marke xy, die wir so toll finden, mit 200 über die Autobahn die Kasseler Berge hochzudonnern, ist total einfach. Sich demgegenüber vorzustellen, eine garstige Person sei nett, schon weniger, und noch schwieriger ist es, sich ein Atomkraftwerk oder einen Unfrieden erzeugenden multinationalen Konzern wegzudenken (Vor allem, ohne daß das Atomkraftwerk in die Luft fliegt und der Konzern einfach seinen Standort verändert!). Wir haben mit Sicherheit auch innere Skrupel, uns einfach irgendwas wegzudenken, was wir nicht haben wollen.

Die Lösung

Die Lösung stellt die Einsicht dar, denn mit der Einsicht verändert sich die Intensität des Protestes, bis er ganz verschwindet. Und wie steigern wir die Einsicht? Ich tat es, indem ich immer wieder über mich und meine Realität nachdachte, ohne mich von kulturellen Hauptströmungen bremsen zu lassen, für die das Materielle immer noch primär ist und die gerne alles andere ablehnt, obgleich ihre Hauptvertreter in ihren geheimen Logen immer mit dem magischen Bild der Realität gearbeitet haben. Es ist ja nicht egal, ob man ein Weltbild hat, in dem wesentliche Vorkommnisse ausgeklammert werden! Je mehr ich selbst einsehe, daß sämtliche Veränderungen auf Suggestion beruhen, desto eher bin ich innerlich bereit, selbst das Gewünschte zu suggerieren und weniger als bisher auf die Suggestionen anderer hereinzufallen. Meine Einsicht, meine innere Klarheit bestimmt die Stärke meiner Autorität, und von ihr hängt die Suggestionskraft allein ab. Schon dadurch fühle ich mich den Kräften um mich herum nicht mehr so stark ausgeliefert, und so wird mein Protest immer schwächer, bis er ganz meiner Einsicht weicht, wie die Dinge wirklich liegen. Der Protest erwuchs auch aus dem Gefühl von Ohnmacht. Sehen wir jedoch, daß wir keineswegs ohnmächtig sind, sondern daß sich die Dinge mit der Zeit nach unseren eigenen Wünschen fügen, dann gibt es keinen Grund mehr, zu protestieren. Wir können den Protest loslassen. Es findet eine Dynamik statt, die von einer Rückkoppelung gekennzeichnet ist: Erfolge lösen weitere Erfolge aus.(auch ein alter Hut bei Seminaren für Erfolgstraining).

Eigene Erfolgssysteme schaffen

Wer das Bedürfnis hat, seine Realität zu verbessern, sollte sich ein eigenes Erfolgssystem installieren, eigene Regeln aufstellen und eigene Kräfte dafür aktivieren. Jeder hat aufgrund seines bisherigen Lebens ein individuelles Potential für Verbesserungen, und das gilt es zu ergründen. Worauf also warten? Niemand wird unser Leben für uns leben, also sollten wir es so günstig wie möglich gestalten, jeder nach seiner eigenen inneren Logik. Je weniger uns die Außenwelt beeinflußt, desto mehr Einfluß haben wir selbst auf sie!

JHC 31. Oktober 2003