JHC

Qualität der Gefühle

Je mehr es uns gelingt, Realität als Mentalstruktur zu sehen, desto bewegter kann unser Leben werden. Wir können mehr als bisher die Ereignisse fließen lassen. Indem wir nichts festhalten, nicht protestieren, lassen wir es zu, daß von uns gewünschte Strukturen für uns erlebbare Realität werden. Wir sortieren dadurch aus den vielen Möglichkeiten von Mental - Strukturen diejenigen heraus, die zu uns selbst passen. Je mehr wir selbst unser So - Sein steuern, desto freier werden wir leben und damit erleben. Niemand zwingt uns, eine unerwünschte Realität zu erleben, wir können höchstens Opfer unerwünschter Suggestionen sein. Aber auch das reduzieren wir, indem wir uns dessen bewußt werden und selbst die gewünschten Gefühle und Vorstellungen produzieren. Ich will mich wohl fühlen, und damit lasse ich alle Wohl - Fühl - Konzepte in mir wirksam werden. Alles, was ich zum Thema "Wohlfühlen" denken kann, wird in mir und durch mich selbst aktiviert. Kein Schuldgefühl soll mich daran hindern, kein Gedankenkonzept eines "lieben" Mitmenschen, mit dem ich mich einstmals womöglich identifiziert habe.

Neue Gewohnheit

Ich gewöhne mich an den Gedanken, schönere Gefühle in mir erzeugen zu können als bisher. Es wird für mich "normal", zu einer guten Gewohnheit, es wohnt ab jetzt in mir. Ich kann es, weil ich verstanden habe, daß es nur und ausschließlich auf mein Gefühl ankommt, mehr nicht. Warum erschaffen angenehmere Gefühle eine angenehmere Realität? Es ist so, weil meine eigene innere Qualität das ist, was ich vereinfachend als "Wahrnehmungsfilter" bezeichne: ich suche mir aus der Fülle der wahrnehmbaren Möglichkeiten diejenigen heraus, die mir ähnlich sind. Es läuft vollkommen automatisch ab, wir können nicht anders. Das ist das ganze Geheimnis, wie bewußt eine angenehmere Realität geschaffen werden kann. Wenn jetzt jemand eine ganz bestimmte, eigensinnige Realität erschaffen will, sollte diese Person aufpassen, daß alles, was sie sich erschafft, auch auf die Dauer förderlich für die Beteiligten ist. Was nützt z.B. das beste Liebesritual, wenn das Zusammensein mit der betreffenden Person, auf die ich dieses Ritual richte, nicht auf Dauer vorteilhaft für diese Person ist oder/und für mich! Also wäre es doch besser, den Dingen ihren Lauf zu lassen, da die Vorkommnisse dann eher meinem inneren Zustand entsprechen. Willkür vergrößert den Egoismus und hindert uns und andere Menschen daran, das zu erleben, was gegenwärtig "dran" ist! Man beachte den genialen Mechanismus. er beinhaltet, daß alles, was wir erleben, eine Spiegelung unseres Selbstes ist und gleichzeitig uns genau das bietet, was wir benötigen, um dieses Selbst, das wir sind, weiter zu entwickeln. Wir erkennen, erheben dadurch unser Selbst in einen höheren Schwingungszustand als bisher und erleben eine Realität, die uns selbst entspricht. Erkennen heißt vor allem, weniger als bisher zu protestieren. Dadurch hebt sich unsere Laune und dadurch hebt sich unser So - Sein, und dadurch verbessern sich unsere Wirkmechanismen. Diese sind jedoch in ihrer Qualität identisch mit unseren Wahrnehmungen.

Wie verbessern wir unsere Laune? Hier sind wir an einem sehr wichtigen Punkt angelangt: wir haben es viel leichter, unsere Laune zu verbessern, wenn wir Menschen um uns haben, die wir lieben können und auf die wir unsere gute Laune und unser Wohlwollen projizieren können. Wer keine Menschen um sich herum hat, kann seine Liebe auch auf Tiere oder Pflanzen projizieren.

Voraussetzungen

Natürlich fällt es einem Individuum leichter, gut gestimmt zu sein, wenn Aussicht besteht, daß das Leben einen erfreulichen Verlauf nehmen kann. Und was sind die Voraussetzungen dafür, daß das Leben einen erfreulichen Verlauf nehmen kann? Hilfreich ist es, zu wissen, daß es eben nicht auf feste Gesetzmäßigkeiten ankommt, wenn sich etwas zum Guten wenden soll, z.B. die Umwelt oder die Weltwirtschaft. Wenn wir erkennen, daß es in erster Linie auf uns selbst ankommt, dann fühlen wir zumindest, daß es uns möglich ist, etwas Sinnvolles zu tun, anstatt paradoxen Protest zu zelebrieren oder mühevolle Aktionen, die uns wenig sinnvoll erscheinen, die wir jedoch glauben tun zu müssen, um unser Gewissen zu beruhigen oder gesellschaftlichen Erwartungen zu genügen (Gruppenzwang). Eine solche Gewißheit läßt uns ruhiger und toleranter sein, und das bringt uns automatisch in eine bessere Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier wird auch klar, wo unsere Verantwortung liegt für alles, was sich in unserem Wahrnehmungsfeld befindet: wir selbst entscheiden durch unsere eigene Stimmung mit, wie es unseren Mitgeschöpfen geht, weil wir ihnen unsere Stimmung suggerieren. Unsere Stimmung und unsere wahre Motivation sind das einzige, was wir wirklich verändern können. Dafür benötigen wir "nur" unseren guten Willen. Wir müssen daher immer den Rest der Welt aus unserer Sicht sehen, uns selbst sozusagen als "geistigen Koordinator". Was wir wahrnehmen, ist unsere eigene Realität, und was wir produzieren ebenfalls. Es ist identisch, auch wenn es uns schwerfällt, es zu erfassen.

JHC 19. November 2003