Wo begegnen uns die Mechanismen der Resonanz? Was möchte ich überhaupt damit erklären? Wie ich in verschieden Texten anführte, sehe ich uns Menschen (wie auch ebenso alles andere) als Mentalstrukturen, die sich durch verschiedene "Seinsqualitäten" unterscheiden und dadurch identifizierbar sind. In jedem Moment unseres Lebens stellen wir eine Variante unseres eigenen Spektrums an Schwingungs - Möglichkeiten dar. Schwingung verstehe ich hier als Analogie, da es eben keine technische Schwingung sein muß, um die es sich konkret handelt. Es ist nur ein bequemes Denkbild, dem man leichter folgen kann, als wenn ich es "Pöldikofageminur " oder ähnlich nennen würde. :-)
Ich wollte immer verstehen, warum wir es selbst sind, die unsere Realität erschaffen, immerhin ist es ja eine ungeheuerliche Theorie, wenn man das Leben aus der Sicht der Kausalität wahrnimmt und die Vorgänge zu ordnen versucht. Eine andere schöne Analogie zu Resonanz ist Assoziation. Jeder kann an sich selbst und an Gesprächen mit anderen beobachten, daß sich zu geäußerten Gedanken ähnliche Gedanken dazugesellen. Ich nenne es "Assoziatives Denken". Ein Wort, ein Begriff bleibt nicht lange allein, er zieht automatisch ähnliche Begriffe zu sich. Denken wir z.B. an "Krankenhaus", so fallen uns sehr viele Bilder, Situationen, Gerüche, Ängste oder auch verschiedene Gebäude ein: alles, was wir zu dem Begriff kennen, rauscht durch unser Denkvermögen hindurch. Die Werbebranche arbeitet mit dieser Funktion des menschlichen Geistes, indem sie bewußt Kraftbilder wie Sex, Hunger, Vergnügungssituationen etc. einsetzt, um uns dazu zu bringen, sämtliche Gedanken in uns abzuleiern, die damit zu tun haben, um dadurch möglichst einen unbewußten Kaufreiz in uns auszulösen.
Wir denken also "assoziativ", und dabei zieht eine gewisse Qualität ähnliche Qualitäten an. Nicht umsonst kommt eine ungelenkte Gesprächsrunde pausenlos von einem Thema über gewisse Schlüsselwörter zum nächsten. Es geschieht, weil Begriffe benutzt wurden, die die Verbindungen zwischen den Themen hergestellt haben. Ähnlich assoziativ ist unser gesamtes Erleben. Von den vielen Möglichkeiten, eine Situation zu betrachten, nehmen wir die, die uns selbst am meisten entspricht. "Betrachten" ist jedoch gerade die Schaffung von Realität, denn was wir wahrnehmen, ist ja nicht alles. Wir nehmen gerade das wahr, was unserer eigenen Schwingung am besten entspricht. Etwas anderes halten wir einfach nicht für existent. So sehen, grob betrachtet, Ärzte überall nur Krankheiten anstatt Menschen, Schornsteinfeger nur Abgasanlagen an Gebäuden, Kraftfahrzeugmechaniker nur Auffälligkeiten an Fahrzeugen, Psychologen nur Identifizierungen und Projektionen oder was sonst gerade so modern ist, Juristen nur rechtliche Verwicklungen und Schlachter nur magere Steaks, die sie aus dem Tier herausschneiden könnten, das gerade vorbei kommt. Kinder sehen ihre Realität ganz anders als Erwachsene, zumal vor der Schule, und Alte wieder ganz anders.
Daß wir unsere Realität anders sehen, ist ja noch leidlich nachzuvollziehen. Aber wieso kann ich sagen, daß wir sie gemäß unserem Schwingungszustand erschaffen, wo doch alle sich verstehen? Wenn jeder seine eigenen Realität erschaffen würde, könnten wir uns dann verstehen?
Die Lösung ist, daß wir eben doch nicht so ganz verschieden voneinander sind, da wir den gleichen Suggestionen unterliegen. Wir "westlichen, aufgeklärten, realistisch denkenden" Menschen sind so dermaßen geistig gleichgeschaltet, daß wir einander gut verstehen, auf ähnliche Symbole reagieren, die gleichen Filme vertragen, über die gleichen Witze lachen können. Dies geschieht durch Religion, Sprache, Technik, Bildung und Unterhaltung. Allerdings ist unsere Kultur so vielfältig, daß jedem viele Möglichkeiten offenstehen, sein Leben zu verwirklichen. Ein Zeichen dafür ist die riesige Zahl an Zeitschriften, die man heute kaufen kann. Sie drückt aus, daß es viele Subkulturen gibt und auch innerhalb der Subkulturen gibt es wieder Strömungen, die von weiterer Individualisierung herrühren. Wir sind eben einerseits "Massenmenschen" und anderseits Individuen. Mir geht es darum, dieses Individuum, was in uns steckt, stärker als bisher herauszukitzeln.
Wenn wir jetzt in eine gewisse Lebenssituation hineinschlittern, gestaltet sich diese erst mit unserem Auftritt wie auch mit jedem Auftritt der anderen Beteiligten. Erst die Art, wie wir selbst alles denken, wie unsere inneren Motivationen sind, unsere Laune, so gestaltet sich auch die Situation. Sie tritt mit uns in Resonanz. Paßt eine Person absolut nicht in die Situation, wird sie alles daran setzen, sich aus der Situalition herauszubringen. Wer am meisten Autorität hat, wird seine Meinung, seine Motivation, seine Ansprüchen auf die anderen Beteiligten projizieren oder sie ihnen suggerieren. Wer harmoniebedürftig ist, wird Gruppen meiden, in denen aggressiv gestritten anstatt sich ausgetauscht und ergänzt wird. Wer nicht will, daß ihm jemand etwas suggeriert, wird benfalls dafür sorgen, daß er nicht länger anwesend sein muß. So kommt letzten Endes zusammen, was zusammenpaßt.
Jetzt haben wir schon 2 Komponenten für die individuelle Erschaffung der eigenen Realität: erstens die Art, wie wir die Situation beurteilen, und zweitens, welche eigenen Schwingungen wir darstellen. Beiden ist gemeinsam,. daß uns meistens nicht bewußt wird, was um uns und in unserem Bewußtsein gerade abläuft und wie wir reagieren. Und überhaupt nicht bewußt ist uns, daß wir tief in uns drin möglicherweise etwas ganz anderes wollen, was wir äußerlich zu wollen vorgeben (Motivation, Emotion). Dabei sind gerade diese Kräfte oftmals die, die sich am meisten durchsetzen wollen. Äußerlich bauen wir uns womöglich eine Welt auf, in der wir ein angepaßtes Leben in einer Gemeinschaft führen, die uns wenig Luft für Individualisierung läßt. Wir könnten es nicht ändern, ohne die anderen Beteiligten zu frustrieren, verärgern oder gar völlig fassungslos zu machen. Was tun wir? Wir machen uns krank und inszenieren dadurch eine Änderungsmöglichkeit, die bis hin zum Tod führen kann. Alles geschieht nur, um heraus zu kommen aus einer unerträglich gewordenen Situation. Vielleicht haben wir uns viel vorgenommen, laut damit geprahlt oder die anderen erwarten sowieso von uns, auf Grund unserer gesellschaftlichen Stellung "angemessen'" erfolgreich zu sein, im materialistischen Sinne. Sind wir damit überfordert, werden wir auch hierfür einen Ausweg finden, indem wir eine Form von "Selbstsabotage" verwirklichen.
Nehmen wir einmal an, wir hätten als Selbständiger oder Freiberufler einen Auftrag in Aussicht, von dem wir glauben, daß er uns überfordern würde. Wenn wir uns dies nicht eingestehen, sind auch wir ein Kandidat für Krankheit oder mindestens Selbstsabotage. Irgendwie manöverieren wir uns aus der Sache heraus, bevor sie uns gefährlich werden kann (Gesicht nicht verlieren!). Es kann auch ohne unser direktes Mitwirken geschehen, indem wir telepathische Botschaften aussenden wie "lieber Auftraggeber, bitte verschone mich, nimm jemanden anderes!" Es gibt eine Menge Möglichkeiten, die Realität zu konstruieren, die wir dann "erleiden" müssen. Aber mit den angenehmen Situationen ist es ebenso: wir wünschen es uns, wir freuen uns darauf, wir tun und denken alles, daß es geschehen soll, und siehe da, es geschieht: das Gedachte wird Wirklichkeit!
"Resonanz" kann jedoch weit mehr: es wirkt im Verborgenen. Es bewirkt einfach Veränderungen, so wie wir uns chemische Reaktionen vorstellen oder elektrische Induktion. Vielleicht ist "Induktion" der bessere Begriff. Er sagt ja, daß eine Kraft (ein Feld, wenn wir es physikalisch betrachten) ein anderes Feld erzeugt, anregt. Allein unser innerer und äußerer Zustand bestimmt, was wir induzieren. Realität ist gleichzusetzen mit Wahrnehmung, und deshalb nehmen wir nur das wahr, wessen wir ähnlich sind. Was wirklich außen von uns ist, können wir in unserer Beschränktheit nicht wahrnehmen, und vielleicht ist es auch nur von uns formbare Mentalqualität, aus der wir durch unsere eigene Art der Anschauung, auch unserer nicht bewußten, eine Struktur machen. Wie es geht, können wir nicht wissen, aber daß es geht, können wir beobachten. Wenn gewisse Wünsche sich nicht realisieren, wissen wir, "es soll nicht sein", das heißt, etwas in uns spricht dagegen. Es kann auch so sein, daß es gegen unseren eigenen nicht bewußten Lebensplan spricht, gegen etwas, das wir uns selbst vor Beginn unserer Inkarnation vorgenomen haben. Insgeheim wissen wir auch, daß es nicht weiter schlimm ist, wenn es nicht funktioniert, solange wir nicht zuviel investiert haben.
Alles ist ok. Wir sind es nur selbst, die "Donnern im Walde" veranstalten. Wir alleine machen die Situationen, die uns weiterhelfen in unserer Entwicklung, weil wir über sie stolpern. Es geht ganz automatisch, getreu unserer Resonanz.
Betrachten wir also noch einmal genau, worin eigentlich das Problem besteht. Wir wissen, daß wir in einer Welt leben, die vielfältige Ansprüche an uns stellt und in der viele Menschen scheinbar über uns bestimmen. Es kommt uns so vor, als gäbe es eine Realität, die von Kräften bewegt wird, die uns zu übernehmen drohen. Jeder, der eine Schule besucht hat, ist davon betroffen, daß ständig über seine eigenen Bedürfnisse hinweg entschieden wird, was zu tun sei. Das hat uns gelehrt, dauernd zu protestieren, wenn etwas gegen unsere Vorstellung laufen sollte. Dieser Protest hat sich bald verselbständigt. (das wird von vielen als "Pubertät" bezeichnet...) Wir protestieren gegen die Regierung, die Nachbarn, unangenehme Mitbürger aller Art. Protest braucht man nicht herbeizurufen, er stellt sich von selbst ein. Und es wird noch schwieriger, wenn wir feststellen, daß wir in einer Welt leben, die viel besser sein könnte, wenn wir nur selbst bessere Fähigkeiten hätten. Der Protest richtet sich nun auch noch auf uns selbst, da wir ja unbewußt wissen, daß wir selbst es viel besser machen könnten, wenn wir die Kraft dazu hätten, konsequent zu sein und wenn unsere Weltanschauung dem nicht im Wege stehen würde. So sollten wir alle uns zur Verfügung stehende innere Überzeugung dazu nutzen, uns selbst immer wieder in bessere Stimmung zu bringen und dadurch angenehmere Ereignisse in unser Leben zu ziehen.