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Magie, Suggestion und Hypnose

Magie ist und bleibt das Schlüsselwort, wenn es um Veränderungen geht, die sich vollziehen sollen, ohne daß ein Mensch konkret "Hand angelegt hat". Daher ist es für mich unerläßlich, die Gedanken zu sortieren, die ich zu "Magie" habe.

Wo erleben wir "Magie"?

Es beginnt im Kindesalter, wenn man uns Geschichten vorliest oder erzählt, in denen Gott, Engel, der Teufel, Jesus, Zauberer, Hexen, Feen, Trolle oder sonstige Fabelwesen Veränderungen in der Realität der Anwesenden hervorrufen, die der gewöhnliche Mensch nicht zustande bringt, die jedoch in der entsprechenden Situation nötig waren, um eine Entwicklung einzuleiten, voranzubringen oder zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Gehen wir später dann in die Schule, werden nur noch im Religionsunterricht solche Vorgänge thematisiert. Gott und sein Clan haben dann das Monopol auf "Magie". In anderen Zusammenhängen existiert sie nicht, da dies "unaufgeklärt" wäre und damit "unwissenschaftlich" und daher mit den Zielen der Schule nicht vereinbar.(!)

Allgegenwärtig

Das Leben sieht jedoch anders aus: Magie und Suggestionen sind Herrschaftsinstrument Nr.1 und nie aus der Mode gekommen. Immer wurden sie angewandt, um gewünschte Ergebnisse zu generieren. Sie wurden und werden z.B. in den Kirchen angewandt, denn jegliches Ritual dient gerade dazu, gewünschte Umstände herbei zu schaffen und gewünschte Zustände in den Beteiligten hervorzurufen. Ein Gebet ist auch nichts anderes als ein magisches Ritual.

Jedes Musikstück, das Erfolg hat, verdankt es seiner Magie, seinem Vermögen, gezielt Emotionen und Vorstellungsbilder in uns zu aktivieren. Je besser es die Komponisten und Interpreten verstehen, die zu transportierenden Inhalte bewußt zu steuern, je magischer ist das Musikstück. Klassische Musik bedient dieses meisterhaft, besonders aus dem Barock, auch lutherische und sonstige Kirchenlieder aus dem Gesangbuch der evangelischen Kirche. (Zu katholischen kann ich nichts aus eigener Erfahrung sagen). Wer wollte z.B. Weinachtsliedern eine entsprechende massenhypnotische Wirkung absprechen?

Hypnotische Wirkung von Liedern, zumal selbstgesungenen, wurde in Kriegen ausgenutzt, beim Marschieren ebenso wie bei Angriffen.

Glücks - und Schutzmagie

Warum würde ein Schiff oder ein Flugzeug getauft werden, eine Brücke eingeweiht werden, ein Jubiläum gefeiert werden, wenn man nicht etwas damit bewirken wollte? Was ist ein Glück - Wunsch anderes als eine magische Suggestion?

Wir finden Magie im Tragen von Ringen, das symbolhaft die Zusammengehörigkeit ausdrücken soll und den Träger natürlich entsprechend beeinflußt. Jede Feuerwehr hat ihren Schutzheiligen, ebenso die Bergbau - Zunft und viele andere. Was soll das anderes sein als Magie, wenn wir uns von imaginären Wesen Wirkungen erhoffen, die uns beschützen sollen. Was ist eine kirchliche Trauung anderes als ein magischer Akt?

Vor der Gesellschafts - Jagd wird das Halali geblasen, auch das ist ein magisches Ritual. Tätowierungen, Talismane, Schmuck - all das dient dem Transport von andauernden Glückssuggestionen.

Aber wir finden Magie nicht nur in Ritualen, sondern auch und ganz besonders in Symbolen. Hier eine kleine beispielhafte Aufzählung:

  • Ornamente und Bilder in Kirchen in vielfältiger Art
  • Kirchenglocken als akustisches Symbol mit sehr starker Suggestionskraft
  • orientalische Mandalas
  • Symbole auf Wappen
  • bestimmte Kleidung, auch Teile wie z.B.Krawatten
  • Tarotkarten
  • Namen, besonders biblische, oder von legendären Persönlichkeiten, die man seinen Kindern gibt
  • Werbebotschaften aller Art, vom Symbol bis zum Slogan

Inhalte

Die Magie liegt immer darin, daß das Ritual oder das Symbol bestimmte Inhalte in unserem Bewußtsein aktivieren soll. Es soll uns dazu bringen, auf bestimmte Weise zu empfinden und zu denken, bestimmte Bedürfnisse zu bekommen. Es ist Suggestion, ohne wenn und aber. Wenn wir auf fremdbestimmte Weise denken, werden wir auch auf fremdbestimmte Weise handeln und uns wird auch auf fremdbestimmte Weise geschehen, wenn keine stärkeren Motivationen in uns vorhanden sind. Die Gesamtheit unseres Empfindens und Denkens wird letztendlich die Wirklichkeit in uns erschaffen, die ihr entspricht. Die Wirklichkeit, die in uns ist, die aus uns selbst kommt, wurde aktiviert durch unbewußte Vorstellungen. Die wiederum wurden aktiviert durch Sprache, Bilder, Töne und die Handlungen bzw. das Verhalten von Vorbildern (Personen, zu denen wir aufschauen oder einst aufgeschaut haben z.B. Lehrer, Ausbilder, Eltern, Großeltern, Buchautoren, Filmstars).

Bis jetzt haben wir uns mit dem Vorkommen der "gewöhnlichen" Magie befaßt. Sie ist uns kulturell von Kindesbeinen an vertraut, und daher bemerken sie auch die wenigsten Menschen als das, was sie Ist: kulturprägend, ja geradezu die Trägerin der Kultur. Ohne Rituale und ohne Symbole existiert keine spezifische Kultur, nur dadurch unterscheiden sich ja die Kulturen und Subkulturen, durch ihre Rituale und Symbole.

"Richtig" zaubern?

Nun will ich zu einem heikleren Teil überleiten. Es gab und gibt zu allen Zeiten, von denen wir Kenntnis haben, Rituale, deren Zweck es war, unmittelbar stärkere Veränderungen hervorzurufen, wie z.B. "Regenmachen" oder Heilungsrituale aller Art. Es gibt eine Fülle von Büchern und Internet - Seiten, die Rituale für die verschiedensten Zwecke beschreiben. Die Frage ist, was in diesen Ritualen geschieht und auf welche Weise die Ergebnisse erzielt werden.

Die meisten Rituale, von denen ich Kenntnis habe, laufen in etwa so ab: die beteiligten Personen (sofern es mehrere sind), werden durch ihre Führungsperson auf bestimmte Weise, nämlich Musik, Trommeln, Rauch, Licht, Symbole, Tanzen, Mimik und Gestik Schmerz, Blut - oder sonstige Opfer, Drogen, Beten oder Gleichwertiges, in eine Art "Hypnose" gesetzt. Bereitwillig lassen die Beteiligten die Konzentration aus ihrem Bewußtsein heraus (durch die oben beschriebenen Erlebnisse) und lassen sich auf eine vorher bestimmte andere Konzentration ein, nämlich auf das erwünschte Ergebnis oder einfach auf Veränderung. Sie sind dadurch in einem Zustand extrem leichter Beeinflußbarkeit. Der "Zauberer" (=Zeremonienmeister) erschafft mit seinen Suggestionen konkret eine andere Wirklichkeit, indem er den Beteiligten seine eigenen Vorstellungen überstülpt, in den allgemeinen Bewußtseinvordergrund schiebt. Bisweilen ist er selbst sehr stark in seinem Bewußtsein auf "Veränderung" geschaltet, indem er sich selbst in Trance = eine sehr tiefe Bewußtseinskonzentration gebracht hat. Die Gesamtkonzentration der gesamten Gruppe tut sein Übriges, und schon ist der Boden für die konkrete Veränderung bereitet! Alle wollen es gemeinsam, jeder wird in den Vorstellungen mitgerissen, jeder ist zunehmend bereit für eine Veränderung. Da die Realität in den Beteiligten selbst stattfindet, nämlich in ihrem Bewußtsein, mußte eben auch nur dieses verändert werden. Es war ein Akt der Überzeugung und Selbstüberzeugung. Dabei kommt dem Zeremonienmeister zugute, daß eine Gruppe von Menschen immer leichter zu hypnotisieren ist als ein Individuum. Es baut sich die Illusion einer starken Energie auf, was allerdings nur die Folge von sich selbst aufschaukelnder Erregung ist! Am Ende hat die Veränderung stattgefunden, die Suggestionen allesamt gewirkt. Die Person, die das Ritual leitet, hat noch besseren Erfolg, wenn sie dabei eine Astralreise initiiert, bei der sie in der Lage ist, das gewünschte Ergebnis in der dort wahrgenommenen Realität "zusammenzubasteln". Auf manchen Realitätsebenen, die man dort betritt, ist es relativ leicht möglich, mit Hilfe seiner Vorstellungen das zu erreichen, was man will. Man erschafft sich sozusagen ein Modell 1:1 in einer anderen Ebene. Dann bringt man die "Welten" wieder zur Deckung, und die Veränderung tritt ein.

Schamanen, Medizinmänner oder -frauen, Hexen oder Hexenmeister, Druiden, Brujos, Priester - sie alle müssen eine sehr starke Autorität (= Suggestionskraft) von Natur aus haben, und wenn sie sich dann noch gut in sich selbst versenken können, tauchen alle in eine veränderte Realität ein.

Diese Technik werden Sie in kaum je einem Buch oder auf einer Website beschrieben finden, da sie "tabu" ist. Sie wird nur von Generation zu Generation weitergegeben bei entsprechendem Schweigegelübde. Können Sie sich vorstellen, wie mächtig jemand ist, der so etwas wirklich beherrscht?

Natürlich haben es die Kulturen leichter, die sich vorstellen, Kontakt mit Dämonen (=Helfer, müssen nicht unbedingt böse sein), Engeln, Jesus oder Jungfraumaria und dgl. während der Zeremonien aufzubauen. Je naiver die Menschen sind, desto leichter sind sie zu beeinflussen. Je ausgeflippter die Führungsperson erscheint, desto stärker wird ihre Suggestionskraft sein, sofern sie von der Gruppe akzeptiert wird.

Massenmagie

Ist es vorstellbar, daß sich einige Leute auf diesem Planeten mit Hilfe solcher Rituale viele Millionen Menschen ihrem Willen unterwerfen? Ich denke, das "3. Reich" ist dafür ein sehr gutes Beispiel, wo mit Massenhypnosen aller Art gearbeitet wurde, um die perfiden Ziele erreichen zu können. (Musik aus allgegenwärtigen Lautsprechern und Volksempfängern, Fackelzüge, die Reden des ausgeflippten Oberschamanen Hitlers und seines Zauberlehrlings Göbbels, die Runen der SS, die Farben schwarz für Tod und Macht und braun und rot für Blut und Erde, genau kalkulierte Filme und Wochenschauberichte). Skrupel waren nicht vorhanden, nichts war ihnen zu dreckig, und es wurde eine beachtliche Menge Einsatzbereitschaft und Opferbereitschaft freigesetzt.

Emanzipation

Wer sich näher mit dem Thema befasst, wird früher oder später auch auf äußerst schmutzige Rituale stoßen und erstaunt sein, welch "ehrenwerte" Personen darin verwickelt sind oder waren. Es wird höchste Zeit, solche Dinge als existent zu akzeptieren, damit die Menschheit endlich erwachsen wird und sich von solchen Machenschaften physisch und geistig fernhält, indem sie sich innerlich anders ausrichtet. Wer sich selbst auf ein Niveau größerer geistiger Klarheit hebt, wird auf solche Dinge nicht mehr so stark infolge von Massenhypnosen reagieren, sondern seine emotionale Struktur mehr seinem eigenen, von ihm selbst gewünschten Persönlichkeitsbild annähern. Die bisher allgegenwärtigen Suggestionen namens "kaufen, kämpfen und kuschen" werden dadurch immer wirkungsloser werden. Jeder sollte sich aufraffen, vom Sklaven zum emanzipierten Menschen zu werden.

Eigene Rituale

Wer es angemessen findet, kann natürlich jederzeit selbst magische Rituale durchführen, um mit deren Hilfe gewünschte Erfolge zu erzielen. Ich persönlich habe mir dabei höchste Zurückhaltung auferlegt: nie aus der Situation des Protestes heraus! Nie mit Hilfe von Geistwesen! Nie auf Pfaden, die schon andere vor mir benutzt haben! (also keine bekannten Rituale), nie mit fremden Gegenständen als Hilfsmittel, immer die "Nebenwirkungen" einkalkulieren (alles hat seine Folgen, auch ein gelungener Zauber), immer ganz genau wissen, was ich tue, was für Symbole ich benutze (wenn überhaupt),also keine undurchschaubaren Ornamente oder Mandalas; keine östlichen Körper - oder Fingerübungen. Jeder Mensch, der ein magisches Ritual ausführen will, sollte selbst hinterfragen, was für ihn in der entsprechenden Situation gut ist und welche Motivation er überhaupt hat. Dafür ein Gefühl zu entwickeln, ist das A und O der ganzen Entwicklung des eigenen Bewußtseins. Außenstehende können niemals "wissen", was für mich richtig ist. Die Gefahr, auf Althergebrachtes hereinzufallen ist einfach zu groß. Der Umgang mit den alten Ritualen hat die Menschheit in genau die Situation geführt, in der sie steckt. Wenn wir uns weiterentwickeln möchten (oder müssen), dann sind wir auf unsere eigene Kreativität und auf unser eigenes Urteilsvermögen angewiesen. Sind wir innerlich bereit, werden sich stets die zu uns passenden Wege auftun. Hier noch ein interessantes Beispiel für ein gelungenes spontanes Ritual. [ Wetteränderung ]

Eigenes Urteilsvermögen

Wie wollen wir uns selbst weiterbringen, wenn wir darauf warten, daß andere, die wir für Autoritäten halten, die Entscheidungen treffen, was richtig ist oder falsch? Ist es da nicht besser, sich selbst die Zeit zu nehmen und die eigenen Gedanken zuende zu denken, um daraus Boden wachsen zu lassen, auf dem man stehen und weitergehen kann? Keine Person außer uns selbst verfügt über das innere Wissen über uns selbst. Keine Person außer uns selbst verfügt über die Motivationen, die wir selbst haben. Niemand hat die gleichen inneren Aufgaben, die aus "karmischen Verstrickungen" herrühren, jeder hat seine eigenen. Und niemand kann bewerten, wie wir selbst die jeweilige Lebenssituation zu verstehen haben. Gerade dann, wenn wir das Gefühl haben, nichts wirklich zu wissen oder wertlos zu sein, müßten wir dringend Bestandsaufnahme machen und versuchen herauszufinden, was wirklich in uns steckt. Mehr oder weniger tief verschüttetet unter kulturell und individuell angesammeltem "Mentalschrott" liegen die inneren Schätze. Es sind die Aufgaben, die wir uns vor dieser Inkarnation gestellt haben. Es sind die daraus erwachsenen Motivationen, die für uns wie eine Art Autopilot wirken. Während andere von "Karmaabbau" oder "Ausgleich schaffen" für vermeintlich begangene "Sünden" reden, sage ich: es geht ausschließlich um die eigene Weiterentwicklung, bei der das Lösen von persönlichen Verstrickungen in Schuldgefühlen und Versprechen Teilaspekte darstellen. Sie sind aber nicht "absolut" wichtig, um einen Ausgleich zu schaffen für etwas, was man getan haben soll, sondern nur insofern, als die persönliche Weiterentwicklung nur dann funktioniert, wenn wir uns diesbezüglich so gut wie möglich klären, d.h. eigene Blockaden abbauen, die daraus erwachsen sind.

Keine Abkürzung

Für mich ist keine Abkürzung denkbar und man bekommt persönliche Weiterentwicklung auch nicht geschenkt oder gekauft. Die Wahrheit ist, man muß es selbst machen. Kann es etwas Wichtigeres und Schöneres geben, als seine eigenen Ziele zu verfolgen, derentwegen man einst die Inkarnationen auf der Realitätsebene "Erde" auf sich genommen hat? Und wenn man dann noch dazu beiträgt, anderen ein Millieu zu schaffen, sich ebenfalls weiterentwickeln zu können, ist es doch ein lohnendes Leben. Daß das immer mehr Menschen begreifen und aktiv daran arbeiten, ist für mich persönlich das größte Geschenk.

JHC 10. November 2003