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Kommunikation zwischen Mentalstrukturen

Wie ich im Aufsatz "Materie als Mentalstruktur" [ 1 ] ausführte, findet nach meiner Auffassung jegliche Kommunikation auf telepathischem Wege statt. Wir kommunizieren mit Lebewesen aller Art und auch mit allen anderen Strukturen, die wir "Materie" nennen. Wenn ich mir nun vorstelle, in einem Wust von Mentalstrukturen zu sitzen, will ich mich wohl nicht mit allen gleichzeitig austauschen. Wie treffe ich die Wahl? Das geschieht meines Erachtens, indem ich mit meinem So - Sein, das in jeder Sekunde einen gewissen speziellen Zustand hat, auf die anderen Mentalstrukturen reagiere und die anderen Mentalstrukturen auf mich. Was nicht ziemlich genau zusammenpaßt, nimmt sich auch nicht wahr. Und was paßt zusammen? Zusammen passen solche Mentalstrukturen, die eine ähnliche Qualität haben. (Analog "Frequenz in der Technik) Wodurch entsteht unsere eigene Qualität? Es ist alles, was wir je gelernt haben, unsere gesamte kulturgeprägte Persönlichkeit, dazu unsere momentane Laune sowie unsere gesamten inneren Fragestellungen und unerledigten Aufgaben. Dazu kommen auch noch unsere Versprechen, Eide, Gelübde und unser Protest. Gegenwärtige zählen genauso wie "karmische". Wenn es eine Hierarchie gibt, wäre wohl das Wichtigste unsere momentane Aufgabe. Auf sie wären wir am meisten konzentriert. Also haben wir da auch die meisten Wahrnehmungen. Beim Kochen z.b. müssen wir eben auf vieles achten: daß das Gemüse sauber geputzt ist, daß die Butter in der Pfanne nicht zu heiß ist usw. Das Wichtigste bringt die meisten Informationen zu uns.

Ich möchte damit folgendes sagen: wir nehmen nur das wahr, zu dem wir in irgendeiner Weise in Beziehung stehen! Dabei folgt die Priorität unserer Wahrnehmungen unserer inneren Priorität.

Diese Feststellung birgt sehr viel Brisanz. Sie sagt nicht weniger aus, als daß jeder seine Erlebnisse aufgrund seines eigenes So - Seins zu sich zieht, beinahe "erschafft". Ich denke, viele von uns haben schon erlebt, wie anders uns die "Wirklichkeit" erscheint, wenn wir selbst in guter Stimmung sind, z.B. im Urlaub oder nach einschneidenden Erfolgserlebnissen. Es hagelt nur so von "glücklichen Zufällen", und wir treffen die nettesten Leute. Es ergeben sich die besten Gelegenheiten des Lebens.

Wenn es derartig auf die Qualität unseres So - Seins ankommt, ist es also sehr wichtig, diesen Zustand auf einem möglichst hohen Niveau zu halten, damit wir möglichst viele "glückliche Zuffälle" erleben können = damit alles sehr gut funktioniert, was wir uns vorgenommen haben. Wie können wir das erreichen? Es ist die Hauptaufgabe des ganzen Mensch - Seins, und es ist die schwerste, wenn sich nicht "von selbst" gute Ergebnisse einstellen. Es bedeutet, daß wir uns nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen dürfen. Natürlich geschieht es trotztdem, und dann müssen wir so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht zurückkehren.

An dieser Stellen erscheint es mir angebracht, darauf hin zu weisen, daß dieses Gleichgewicht nicht darin besteht, euphorisch zu sein und auf Wolken zu schweben. Es sollte vielmehr so sein, daß wir schnell und flexibel auf Suggestionen und Ereignisse reagieren sollten, daß wir uns gar nicht erst zu Lebensäußerungen hinreißen lassen sollten wie Protest oder intensive negative Emotionen. Angebrachter und unserem eigenen Anliegen dienlicher wäre es, alles, was abläuft, als ein Spiel zu sehen, an dem wir selbst eine Randerscheinung darstellen. Je wichtiger wir uns selbst nehmen, desto angreifbarer sind wir und desto mehr Emotionen lösen wir bei den anderen und uns aus. Nicht das Spiel ist wichtig, sondern die Art, wie wir selbst reagieren. Ein sehr gutes Beispiel ist hier der Autoverkehr: oft fühlen wir uns als Person übersehen, nicht gewürdigt, übervorteilt, behindert. Was wäre besser: jedesmal auszurasten und den Emotionen freien Lauf zu lassen oder innerlich Abstand zu halten in dem Bewußtsein, daß wir selbst auch alles andere als perfekte Fahrer sind und ebenfalls Fehler machen. Und wenn andere gefährlich werden, ist es dann nicht besser, sich auf Abstand zu begeben als zu versuchen, dem anderen einen Lernprozeß zu vermitteln? Auf jeden Fall fühlt es sich besser an, innerlich weniger aufgeregt zu sein und sich nicht mehr als nötig am Geschehen zu beteiligen. Frust und Streß kostet nun einmal Abstriche an unserem Qualitätslevel, und das vermindert automatisch unsere Chancen auf guten Verlauf unseres weiteren Lebens, auf Gesundheit und "Glück". Wir verpassen womöglich interessante Wahrnehmungen. Wir kommen nicht darum herum, uns selbst immer wieder auf ein gesundes Level zu holen.

Wiederholt war hier von "glücklichen Zufällen" die Rede. Es ist jetzt an der Zeit, diese näher zu beleuchten.

Alles im Griff?

Gewöhnlich denken wir vielleicht, wir hätten die meisten Abläufe unseres Lebens im Griff und alles, was wir planen, gelänge durch gute Organisation. Ist das wirklich so? Oder ist es nicht vielmehr so, daß wir darauf angewiesen sind, daß viele Menschen reibungslos zusammenarbeiten und daß alle Geräte und Maschinen, die an unseren Vorhaben beteiligt sind, sehr gut funktionieren? Wenn wir z.B. eine Urlaubsreise planen, können wir zwar alle Zeiten für die Hin - und Rückfahrt planen, die Unterkunft, die Art der Transportmittel und vielleicht sogar das Essen. Aber wie viele Menschen müssen dafür planmäßig funktionieren, wie viele technische Geräte und Maschinen müssen gut zusammenarbeiten, damit unsere Pläne aufgehen? Und dann das Wetter... Jedes Vorhaben birgt sehr viele Möglichkeiten für Fehler aller Art. Daher ist es nicht gleichgültig. wie wir denken und in was für inneren Zuständen wir uns befinden: am Gelingen jeglicher Zusammenarbeit von Menschen untereinander und allen beteiligten Geräten sind wir selbst mit unserem Denken = So - sein maßgeblich beteiligt. Wenn sich irgendwo etwas nicht Förderliches zusammen braut, ist es wichtig, daß wir nicht verwickelt werden. Nichts und niemand zwingt uns dazu, bei Katastrophen anwesend zu sein. Wir müssen nur "zufällig" unseren Weg etwas anders gehen als die wirklich Beteiligten. Selbstverständlich kann gute eigene Organisation uns innerlich meistens besser stimmen als wenn wir das Gefühl haben müßten, unsicher zu sein, weil wir bei der Vorbereitung einer Unternehmung geschlampt haben. So kann auch gute Organisation dazu beitragen, unsere eigene "Seins - Qualität " zu verbessern.

[1] Materie als Mentalstruktur

JHC 10. November 2003