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Unser Dilemma // Öffentliche Suggestion // Herrschende Meinung

Was ist denn nun unser Problem? Es ist das Paradoxon, daß wir einerseits felsenfest davon überzeugt sind, in einer Welt fester Materie zu leben und andererseits genau wissen, ich meine "innerlich", daß es nicht so sein kann. Und wenn wir an "Materie" glauben, nehmen wir auch genau so an, daß gedachte Konzepte wie öffentliche Meinungen, Wissenschaftswissen, Schulwissen incl. sogenannter physikalischer Gesetze, politische und wirtschaftliche Strukturen, gesellschaftliche Strukturen, vermeintliche technische Grenzen, Ängste, schlechte Gewohnheiten und Regeln des menschlichen Zusammenlebens ebenso fest ist, wie wir es von Materie glauben. Daher ist es schwer für uns, uns vorzustellen, es könnten sich akute Probleme, die wir sowohl privat, familiär als auch politisch/gesellschaftlich haben, einfach und leicht auflösen, auch wenn sie es bei entsprechender Flexibilität durchaus könnten. (Alle Begriffe, die in dem letzten Satz vorkamen, beziehen sich auf Nicht - Materielles im heutigen Sinne). Wir haben es hier lediglich mit "Herrschenden Meinungen" zu tun und mit "Gewohnheiten", die uns das Leben so schwer machen.

Globalisierung von Fixen Ideen (Werten, Kultur)

Herrschende Meinungen und Gewohnheiten (Kultur!) veränderten sich in der Vergangenheit durchaus, jedoch nur in großen Zeiträumen. Es gab auch unterschiedliche Kulturen mit unterschiedlichen Gewohnheiten und unterschiedlichen herrschenden Meinungen. Durch mehr Austausch an "Wissen", Waren, und Kulturfertigkeiten sowie durch Kriege, Tourismus und Journalismus gleichen sich die Kulturen immer mehr an. Auch das fast weltweite Fernsehen hat dazu beigetragen, daß die Werte der Kulturen sich näherkommen. Fast sieht es so aus, als stünden wir kurz vor einer totalen Angleichung der "herrschenden Meinung" auf dem ganzen Planeten. Vielen Menschen ist die herrschende Meinung jedoch nicht recht, insbesondere erscheint sie nicht dazu geeignet, die gegenwärtigen Probleme Umwelterhaltung, sozialen Ausgleich und körperliche und geistige Gesundheit für alle lösen zu können. Daher ist die herrschende Meinung zu entfernen und durch eigene individuelle Meinungen und Wertvorstellungen zu ersetzen.

Gesundheit

Ganz naheliegend ist es im Bereich "Gesundheit", wo mitlerweilen vielen klar sein muß, daß sie selbst eine Menge dazu beitragen können, ihre eigene Gesundheit zu managen, anstatt sich noch länger von den sehr starken Suggestionen von Ärzten und Professoren beeinflussen zu lassen. Durch Halbwissen, Pharmaindustrieinteressen und Wissenschaftsgläubigkeit = materiellem Denken seitens Arzt, aber auch Verbraucher hat sich ein System unerträglicher Abhängigkeiten etabliert: Patient = Abhängiger! Daher ist der Bereich "Gesundheit" geradezu prädestiniert für die Anwendung von Methoden und Denkweisen, die uns aus dem Dilemma herausführen. Ich möchte das Gesagte so verstanden wissen: jeder Einzelne sollte seine Abhängigkeit von Meinungen, Ideologien und Interessen auch und gerade in Hinblick auf seine Gesundheit überprüfen und seine eigene Meinung, sein eigenes Weltbild überprüfen. Woher kommt seine innere Überzeugung? Ist es wirklich glaubhaft, was die "herrschende Meinung" äußert oder von der man glaubt, daß sie geäußert werde? Ist das, was in den Zeitungen und im Fernsehen an Weltbild und Meinung explizit oder zwischen den Zeilen transportiert wird, wirklich der letzte Stand an Möglichkeiten šund Informationen? Oder ist das nicht in erster Linie auf wirtschaftlichen Interessen begründet und somit ideologisch-Ausbeuterisch? Niemand muß die Verantwortung für sein Leben, und dazu gehört in erster Linie seine Gesundheit und sein Wohlbefinden, in anderer Leute Hände abgeben. In früheren Zeiten waren es die Priester oder Medizinmänner, und heute sind es Ärzte und Wissenschaftler, deren "herrschende Meinungen" diese Verantwortung an sich gerissen haben. Auch wenn es ursprünglich aus Verantwortungsgefühl für seine Gruppe (Gemeinde, Dorf, Sippe) geschehen sein mag, ist es jetzt nicht an der Zeit, daß jeder Einzelne so selbständig wird, sein Schicksal endlich nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten, wo immer dies schon möglich ist?

Öffentliche Suggestionen

Alles, was wir tun, weil es alle tun, weil es der Zeitgeist erfordert, weil es Mode ist, weil es angesagt ist, tun wir deshalb, weil wir so denken wie die meisten anderen auch oder weil wir glauben, die meisten anderen würden so denken. Wo bleiben wir da mit unserer Selbstverantwortung? Wo ist da unsere Individualität? Wenn wir z.B. alle kaufen und schenken, weil ein Datum im Kalender einen christlichen Feiertag ankündigt? Es ist doch nicht zu fassen, wie wir hypnotisiert durch die Geschäfte laufen und irgendwas kaufen, nur weil eine "herrschende Meinung" uns dazu auffordert! Und wenn man nur ankündigt, nicht Weihnachten zu feiern, wird man dermaßen merkwürdig angeschaut, als wäre man geisteskrank. Ohne Diskussion geht es dann kaum ab. Auch viele, die ich auf den ersten Blick für gesellschaftlich emanzipiert halten würde, ticken aus, nur weil so ein Termin im Kalender steht. Wir haben es hier mit einer der stärksten öffentlichen Suggestionen zu tun.

Unser Dilemma

Worin besteht nun also unser Dilemma? Es wirken sehr viele Suggestionen buchstäblich unaufhörlich auf uns ein. Einige sind grob und daher leicht erkennbar, andere gewohnt normal und daher weniger sichtbar für den Ungeübten. Weitere sind so subtil, daß ich, wenn ich sie hier beschreiben würde, von den meisten Lesern nur verständnisloses Kopfschütteln ernten würde, oder kann sich jemand vorstellen, daß das Läuten der Kirchenglocken in uns ganz bestimmte Reize auslösen soll, die vor einigen 100 Jahren festgelegt wurden und heute noch ihre Wirkungen bestimmungsgemäß entfalten? Oder daß die gesamte Astrologie nichts anderes ist als eine Verkettung von Einzelkonzepten/Programmen = Suggestionen mit dem entsprechenden "Lebensdatum" der Person oder der Körperschaft, sei es eine Firma, ein Verein oder auch ein Volk, ein Ort oder ein Staat. Wenn das entsprechende Lebensdatum eintritt, wird die dazu gehörige Suggestion wirksam. Daher wird gesagt, das Horoskop zwinge nicht, sondern es mache geneigt. Die vielen Suggestionen hindern uns am klareren Denken und bestimmen über einen weiten Bereich unseres Lebens unsere Empfindungen, Wünsche, Wertvorstellungen und unsere Vorstellungen davon, was wir für "Fakten" halten und was nicht. Wir sollten beginnen, selbst zu bestimmen, was wir für Fakten halten und wie lange diese als Fakten gültig sein sollen. So werden wir flexibler in unseren Entscheidungen, finden neue Wege, zu inneren Vorstellungen zu kommen und emanzipieren uns von unwürdigen Einflüssen der Kultur, die uns Menschen an den Rand der Existenz gebracht haben (zumindest, wenn man es aus bisher gewohnter Sicht sieht: aus einer höheren Sicht gibt es keinen Untergang oder Aussterben, sondern es findet lediglich ein Übergang zu angepaßteren Realitätsebenen statt, auf denen dann das für die weitere Entwicklung Erforderliche gelernt werden kann.)

JHC 30. Oktober 2003